Alternativen denken

Veröffentlicht am 15.12.2018 in Presseecho

Lokalpolitische Kolumne im Gäuboten vom 15.12.2018

Meine Meinung

Von Petra Menzel, Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Herrenberg

Nein, glücklich wären wir über ein Parkhaus in der Hindenburgstraße nicht. Es würde Autos mitten in unsere Stadt hineinziehen, genau dort, wo wir sie vom Individualverkehr entlasten wollen; es würde mit Abbiegespuren und Ampel erneut den Verkehrsfluss auf der Hindenburgstraße bremsen, wo wir gerade den Fluss verbessern wollen; es würde die Albert-Schweitzer-Schule einkesseln, wo wir eigentlich den Schülern mehr Raum geben wollen; wir würden genau dort Bäume fällen, wo wir bessere Luft brauchen.

Richtig ist, dass wir einen Ersatz für die wegfallenden Parkplätze im Graben und auf der Hindenburgstraße benötigen, dass die Anwohner und Arbeitnehmer der Altstadt Parkraum benötigen, genauso wie die südlichen und östlichen Teile unserer Stadt. Ich teile die Auffassung, dass das geplante Geschäftshaus in der Hindenburgstraße eine Lücke – nicht nur städtebaulich, sondern auch beim Angebot größerer Erdgeschossflächen für den Handel – schließt. Mit einer ansprechenden Architektur könnte es der Hindenburgstraße ein Gesicht geben. Verbunden mit breiten Gehwegen, Radspuren, bequemen Bushaltestellen, Straßenbäumen und Sitzbänken wäre das ein echtes Mehr an Aufenthaltsqualität. Die Zufahrt zum Parkdeck der Volksbank sollte so angebunden werden, dass dessen jetzige Einfahrt über die Moltkestraße entfallen kann und hier ein attraktiver Fuß- und Radweg in die Innenstadt mit einem direkten Übergang über die Hindenburgstraße entsteht.

An erster Stelle muss aber stehen, die Albert-Schweitzer-Schule nicht weiter einzuzwängen. Ein nach heutigen pädagogischen Erkenntnissen gestalteter Schulhof mit Ruhezonen, Lernbereichen im Freien und Bewegungsspielraum ist überfällig und muss im Rahmen des Neubauvorhabens an der Hindenburgstraße ohne Wenn und Aber, am besten gleich mit einem Ersatz für die marode Turnhalle, realisiert werden.

Auch die von der Bismarckstraße erschlossenen Kundenparkplätze von Zinser und dem Küchenhaus müssen in den Blick genommen werden. Hier liegt Potenzial brach, genauso wie am anderen Ende der Hindenburgstraße im Bereich der Altstadtgarage und angrenzender Hotelparkplätze. Für Innenstadtkunden aus Richtung Ammertal und Besucher des künftigen Fruchtkastens kann hier ein Parkplatzangebot gemacht werden, das ein Parkhaus an der Hindenburgstraße überflüssig macht. Prüfen könnte man auch ein Parkhaus an der Marienstraße. Noch sind die Überlegungen zum Parkhaus an der Hindenburgstraße völlig unbefriedigend. Innenstadt zu gestalten heißt, mit den Nachbarn zu reden, mit der Chance, bessere Lösungen für alle Beteiligten zu finden.

 

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Leni Breymaier

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